Folgende Hinweise von H. G. Wells finde ich sehr hilfreich beim Schreiben fachlicher Texte:

"Der Leser, für den Sie schreiben, ist genau so intelligent wie Sie, hat aber nicht Ihren Wissensschatz und soll nicht durch einen Vortrag in Fachsprache über ihn Bekanntes gekränkt werden (z. B. über den Sitz von Herz, Lunge und Rückgrat). Er ist kein Student bei der Vorbereitung aufs Examen, & er will nicht mit Fachausdrücken belästigt werden, sein Sinn für literarische Form & sein Sinn für Humor ist vermutlich größer als Ihrer.

Shakespeare, Milton, Platon, Dickens, Meredith, T. H. Huxley und Darwin schrieben für ihn. Von keinem unter ihnen ist bekannt, dass er 'Populäres' gebracht & ihn mit kleinen Happen abgespeist oder auf Dinge angespielt hätte, die 'zu kompliziert sind, um hier besprochen zu werden'. Wenn es sie geben sollte, sprachen sie auch anderswo nicht davon, ein für allemal.

Diese Arbeit ist eine wichtige Arbeit; Ihre eigenen Forschungen und Ihre akademische Laufbahn sind weniger wichtig.

Und bedenken Sie auch: es ist leichter zu erweitern als zu kürzen.

Legen Sie zuerst die Fundamente für alles.

Überlassen Sie es nicht Gottvater(1), sich um Fakten zu kümmern. Das ist nicht seine Stärke. Die Umrechnung von Millimeter in Inches oder von Celsius- in Fahrenheitgrade ist nicht seine Aufgabe.

Und liefern Sie keine schlechten, schmutzigen, fleckigen Manuskripte, Sie verdienen an der Arbeit genügend, um anständige & rechtzeitig Abschriften machen zu lasen."

Gedanken in der Nacht von H. G. Wells an seine beiden Mitarbeiter Julian Huxley und G. P. Wells für das enzyklopädisches Werk über Biologie "The Science of Life", 1926, zitiert nach Julian Huxley: Ein Leben für die Zukunft, München 1974, S. 144 f.

(1): G. P. Wells nannte seinen Vater häufig Gottvater.